Ratgeber · NFT Steuern

NFT-Steuern: Das Bild ist nicht die steuerliche Einordnung.

Bei NFTs kommt es darauf an, was du tatsächlich tust: sammeln, handeln, minten, als Creator verkaufen oder Leistungen mit einem Token verbinden.

Privater Kauf und Verkauf

Wird ein NFT privat erworben und später veräußert, kann § 23 EStG einschlägig sein. Das BMF-Schreiben vom 6. März 2025 behandelt NFTs jedoch ausdrücklich nicht; eine bundeseinheitliche ertragsteuerliche Verwaltungsanweisung speziell für NFTs fehlt. Die konkrete Einordnung hängt deshalb besonders vom Token, den Rechten und dem tatsächlichen Ablauf ab.

Beispiel: Verkauf gegen Ether

Du kaufst ein NFT für 1 ETH, damals 1.500 Euro. Acht Monate später verkaufst du es für 1,4 ETH bei einem Gesamtwert von 2.200 Euro. Der NFT-Verkauf ist zu prüfen. Zusätzlich erhältst du ETH mit neuen Anschaffungskosten; ein späterer Tausch dieser ETH ist ein eigener Vorgang.

Minting und Creator-Einnahmen

Wer NFTs selbst erstellt und planmäßig vermarktet, kann betriebliche Einkünfte erzielen. Royalties, Plattformgebühren und der Zufluss in Kryptowerten müssen in Euro bewertet werden. Ob bereits Gewerblichkeit vorliegt, entscheidet das Gesamtbild, nicht eine starre Anzahl von Verkäufen.

Umsatzsteuer und Leistungsinhalt

Bei unternehmerischem Handeln ist zusätzlich zu klären, welche Leistung verkauft wird, wo sie ausgeführt wird und wer Leistungsempfänger ist. Ein Urteil des FG Niedersachsen vom 10. Juli 2025 ordnete den dortigen Handel mit NFT-Collectibles als elektronisch erbrachte sonstige Leistung ein. Das lässt sich nicht pauschal auf Minting, Utility-NFTs oder jeden anderen Sachverhalt übertragen.

Typische Fehler und nächste Schritte

Gas Fees fehlen, Marktplatz-Wallets werden nicht zugeordnet oder Creator-Royalties tauchen nur als unbekannte Eingänge auf. Dokumentiere Token-ID, Contract, Wallets, Marktplatz, Gegenleistung, Gebühren und die mit dem NFT verbundenen Rechte.

Häufige Fragen zu NFT Steuern

Sind NFTs nach einem Jahr steuerfrei?+

Bei einem privaten NFT-Veräußerungsgeschäft kann die Jahresfrist relevant sein. Ob § 23 EStG greift, ist für den konkreten Token und Sachverhalt zu prüfen.

Ist jeder häufige NFT-Handel gewerblich?+

Nein. Es gibt keine feste Stückzahl. Planmäßigkeit, Dauer, Marktauftritt und weitere Umstände ergeben das Gesamtbild.

Wie werden Gas Fees behandelt?+

Zurechenbare Gebühren können Anschaffungs- oder Veräußerungskosten sein. Die Zuordnung zum konkreten Vorgang muss dokumentiert werden.

Sind Royalties steuerpflichtig?+

Creator-Royalties können steuerpflichtige betriebliche oder sonstige Einnahmen sein und müssen beim Zufluss in Euro bewertet werden.

Fällt Umsatzsteuer an?+

Bei unternehmerischen NFT-Umsätzen kann Umsatzsteuer relevant sein. Leistungsinhalt, Empfänger und Ort der Leistung sind konkret zu bestimmen.

Quellen und Rechtsstand

Zuletzt fachlich geprüft am 24. September 2026. Allgemeine Information – keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung.

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