Wie werden Kryptowährungen besteuert?
Im Privatvermögen gelten Kryptowerte wie Bitcoin oder Ethereum als „andere Wirtschaftsgüter“. Gewinne aus dem Verkauf fallen unter private Veräußerungsgeschäfte nach § 23 EStG – nicht unter die Abgeltungsteuer wie bei Aktien.
Das bedeutet: Steuerpflichtige Gewinne werden mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert, der je nach Einkommen bis zu 45 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer betragen kann.
Die Haltefrist: der wichtigste Hebel
Liegen zwischen Anschaffung und Veräußerung mehr als zwölf Monate, ist der Gewinn im Privatvermögen grundsätzlich steuerfrei. Entscheidend ist die lückenlose Dokumentation, wann welche Einheit gekauft wurde.
Das Bundesfinanzministerium sieht standardmäßig die FIFO-Methode vor: Was zuerst gekauft wurde, gilt auch als zuerst verkauft.
Freigrenze statt Freibetrag
Seit 2024 liegt die Freigrenze für private Veräußerungsgeschäfte bei 1.000 € pro Jahr. Achtung: Wird sie auch nur um einen Euro überschritten, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig – nicht nur der übersteigende Teil.
Was das Finanzamt heute schon weiß
Mit der EU-Richtlinie DAC8 melden Krypto-Dienstleister seit dem 1. Januar 2026 Transaktionsdaten ihrer Kunden an die Steuerbehörden. Eine saubere, vollständige Aufbereitung wird dadurch noch wichtiger.
Häufige Fragen zu Krypto Steuern
Muss ich Krypto in der Steuererklärung angeben?+
Steuerpflichtige Gewinne aus Verkäufen innerhalb der Haltefrist sowie Erträge wie Staking gehören in die Anlage SO. Auch Verluste solltest du angeben, damit sie verrechnet werden können.
Wie viel Steuer zahle ich auf Krypto-Gewinne?+
Es gilt dein persönlicher Einkommensteuersatz (0 bis 45 % plus Zuschläge). Nach mehr als einem Jahr Haltedauer sind private Gewinne in der Regel steuerfrei.
Ist der Tausch von Bitcoin in Ethereum steuerpflichtig?+
Ja, ein Tausch gilt als Veräußerung des einen und Anschaffung des anderen Kryptowerts. Innerhalb der Haltefrist kann dadurch ein steuerpflichtiger Gewinn entstehen.
Was passiert, wenn ich Krypto-Gewinne nicht angebe?+
Nicht erklärte steuerpflichtige Gewinne können zu Nachzahlungen, Zinsen und im schlimmsten Fall zu einem Steuerstrafverfahren führen. Eine Korrektur ist unter Umständen möglich – lass dich dazu frühzeitig beraten.
Gilt die Haltefrist auch für GmbHs?+
Nein. In einer Kapitalgesellschaft sind Gewinne unabhängig von der Haltedauer steuerpflichtig (Körperschaft- und Gewerbesteuer).