Ratgeber · Bitcoin versteuern

Bitcoin versteuern: Drei Zahlen reichen nicht. Du brauchst die Geschichte dahinter.

Kaufpreis, Verkaufswert und Gebühren sind der Anfang. Hinzu kommen Haltedauer, Zuordnung und die Frage, ob ein angeblicher Verkauf vielleicht nur ein eigener Wallet-Transfer war.

Gesetzentwurf zur Haltefrist

Stand Oktober 2026: Ein Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums sieht vor, die einjährige Haltefrist für Kryptowerte abzuschaffen, die ab 2027 gekauft werden. Für bis Ende 2026 angeschaffte Coins ist Bestandsschutz vorgesehen. Das ist noch kein geltendes Recht – Bundestag und Bundesrat müssen zustimmen. Bis dahin gilt die bisherige Regelung.

Was der Entwurf für dich bedeutet

Wann Bitcoin steuerlich relevant wird

Bitcoin im Privatvermögen wird typischerweise beim Verkauf, Tausch oder Einsatz als Zahlungsmittel relevant. Wer lediglich hält, realisiert noch keinen Gewinn. Mining oder eine betriebliche Zuordnung folgen anderen Regeln.

Beispiel: Bezahlen mit Bitcoin

Du kaufst 0,02 BTC für 800 Euro. Acht Monate später bezahlst du damit eine Leistung im Wert von 1.100 Euro. Vereinfacht kann ein Gewinn von 300 Euro entstanden sein. Die Zahlung ist wirtschaftlich zugleich eine Veräußerung der BTC. Welche Anschaffungskosten anzusetzen sind, hängt bei mehreren Tranchen von der belegbaren Zuordnung ab.

Verluste sind kein allgemeiner Steuertopf

Ein Verlust aus einem privaten Bitcoin-Verkauf lässt sich nicht beliebig mit Arbeitslohn oder Aktiengewinnen verrechnen. § 23 EStG enthält einen eigenen Verrechnungskreis; Vortrag und Rücktrag sind unter den gesetzlichen Voraussetzungen möglich.

Typische Fehler und nächster Schritt

Gebühren fehlen, Käufe werden doppelt erfasst oder alte Börsenkonten werden vergessen. Ziehe deshalb Bankzahlungen, Börsenexporte und Blockchain-Daten zusammen. Wenn die Bestände am Jahresende rechnerisch nicht stimmen, ist der Report noch nicht fertig.

Im Video erklärt

Bitcoin als Zahlungsmittel – warum jeder Einkauf eine Steuerfalle ist

Video vom 30. Mai 2025. Der aktuelle Rechtsstand steht im Text.

Steuerliche Einordnung von Kryptowährungen

Video vom 18. Oktober 2023. Der aktuelle Rechtsstand steht im Text.

Häufige Fragen zu Bitcoin versteuern

Wie hoch ist die Bitcoin-Steuer?+

Es gibt keinen pauschalen Bitcoin-Steuersatz. Ein steuerpflichtiger privater Gewinn fließt grundsätzlich in den persönlichen Einkommensteuersatz ein.

Muss ich BTC ohne Verkauf angeben?+

Das bloße Halten ist grundsätzlich kein Veräußerungsgeschäft. Laufende Erträge und betriebliche Sachverhalte können dennoch Erklärungspflichten auslösen.

Kann ich Verluste abziehen?+

Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften können im gesetzlichen Verrechnungskreis berücksichtigt werden, wenn sie nachgewiesen und erklärt werden.

Zählt eine Zahlung mit BTC?+

Ja. Der Einsatz von Bitcoin für Waren oder Leistungen kann steuerlich eine Veräußerung sein.

Quellen und Rechtsstand

Zuletzt fachlich geprüft am 24. September 2026. Allgemeine Information – keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung.

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